Nam June Paik
Monument: Family of Robots. Videotechnik als Zeitmaschine
Abstract: Nam June Paiks Experimente mit Fernsehapparten und Videotechnik können als Versuch gelesen werden, den Fernseher von den Bildern, die er ausstrahlen kann, zu trennen. Die Fernseher selbst, d.h. Monitore und ihre Gehäuse werden durch Paik in Skulpturen transformiert. Die Bilder oder Filme treten aus dem Rahmen der Geräte hinaus und führen ein zeit-ungebundenes Eigenleben. Die Gehäuse, die anhand ihrer Machart einer klaren Zeit (der Herstellung) zugeordnet werden können, 'entfernen' sich von den Filmen, die durch die Farbigkeit und ihre Abstraktion einer anderen Zeitepoche angehören. Das jeweilige Werk als Ganzes hat ein Entstehungsdatum, die verwendeten Gehäuse jedoch sind alle aus den 60-er Jahren, was zu einem Wahrnehmungsbruch führt und den Eindruck von zwei voneinander wegdriftenden Zeitebenen entstehen lässt. Die Videotechnik ist für Nam June Paik mehr als nur ein Werkzeug, da sie im Gegensatz zu diesem eine virtuelle Dimension aufweist. Die Videotechnik gleicht eher einer Werkstatt und ist Umwandlungs- und Aufbewahrungsort. An diesem Ort werden Dinge in einen Code überführt, wo sie neuen Operationen, wie zum Beispiel jener des Video-Synthesizers, zugänglich werden. Der Videorecorder, eine Maschine, die den virtuellen Aufbewahrungsort der transformierten Dinge markiert, kann Raum und Zeit darstellen. Von ihrer inneren Struktur her gesehen kann die Videotechnik als eine Art Zeitmaschine betrachtet werden.